Herrlich: Ben Folds & Nick Hornby performen “Things You Think”.
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LIVE-FOTOS: Ben Folds Live in Berlin 2005
LIVE-FOTOS: Ben Folds Live in München 2007
Herrlich: Ben Folds & Nick Hornby performen “Things You Think”.
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LIVE-FOTOS: Ben Folds Live in Berlin 2005
LIVE-FOTOS: Ben Folds Live in München 2007
3 Alben in 1 Jahr - Eels schliessen nach “Hombre Lobo” und “End Times” ihre Trilogie ab. Zum Schluss gibt’s ein paar hoffnungsvolle Songs mit Keyboard - doch die Zwischentöne sind nicht weit.

Die Vögel werden oft zitiert auf diesem Album. Und die Bäume, solche wie auf dem Albumcover: grosse, stattliche, mit vielen Blättern. Nachdem Eels-Kopf E auf den beiden letzten Alben das Bild eines einsamen, kauzigen Wolfes zeichnete, der alleine sterben wird (“Here lies a man that just wanted to be alone” hiess es in einem der Songs auf “End Times”), hat E nun seine einsame Hütte verlassen. Er steht draussen vor der Tür und freut sich am schönen Tag (das Intro des Albums heisst dann auch “In Gratitude For This Magnificent Day”).
Doch, was ist das? Da singt E doch gerade so friedlich, er wolle ein Kolibri sein, und da mischen sich so komische, nicht ganz reine Streicher ins Lied. Töne, die uns sagen: “Du magst wohl jetzt gerade glücklich sein, alter Knabe - aber wir kriegen dich trotzdem!” Zwischentöne, die nie ganz verschwinden, die auf diesem Album immer wieder mal auftauchen. Töne, die das Wesen der Eels-Musik ausmachen: auch in den Momenten des Glücks ist das Unheil nicht weit.
Die Musik auf “Tomorrow Morning” ist elektronisch gehalten: E drückt auf seinen Keyboards herum, als hätte er sie erst letzte Weihnachten von den Eltern bekommen. Da hat’s nette Spielereien und Drum Machines, wie man sie auf einem Eels-Album noch nie gehört hat. Und trotzdem: am stärksten ist “Tomorrow Morning” genau dann, wenn der typische Eels-Sound wieder durchschimmert. Oder wenn E sich, wie zum Beispiel in “The Man” schlichtweg selbst kopiert (der Song ist sowas wie der fröhliche kleine Bruder von “Your Lucky Day In Hell”). Nicht das stärkste Eels-Album - aber bei so einem rasanten Output kann man ja auch ein bisschen nachsichtig sein.

Wer sich “Tomorrow Morning” in der Vinyl-Fassung bestellt, bekommt zusätzlich noch eine 7”-Single mit 4 zusätzlichen Songs drauf. Da ist E wieder ganz E und schrummelt allerliebst auf seinen akustischen Gitarren herum - für alle, denen das ursprüngliche Album ein bisschen zu elektronisch war.
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LIVE-FOTOS: Eels Live in Winterthur / Zürich
Ab morgen (5 Uhr) hat Radio 24 ein neues akustisches Kleid. So klingt’s - und so wurde es in L.A. geschneidert.
Heute Abend spielen Mando Diao am Zürich Open Air. Aus diesem Anlass zwei Reviews der letzten Jahre.

Oh, das Originalcover ist hässlich. Es zeigt offenbar ein Gemälde, das ein obskurer Künstler aus Borlänge, der schwedischen Heimatstadt der MANDO DIAO-Jungs. Aber zum Glück gab’s die CD im Tower Records von Tokio, wo ich das Album gekauft habe, im netten Pappschuber, da hat’s dann ein Bild von der Band vorne drauf. Ausserdem enthält die CD zwei “Japan Only”-Bonustracks. Und einer davon, “Chet Baker”, ist einfach herrlich! Da singen MANDO DIAO zur verträumten Akustikgitarre von einem wunderbaren Ort, der die ganze Zeit geöffnet hat an dem Chet Baker für Dich Trompete spielt.
Aber die Bonustracks braucht es gar nicht. Denn man kann über die jungen Schweden sagen, was man will (zum Beispiel, dass sie absolut arrogant sind, wenn sie sich mit den BEATLES oder den STONES vergleichen), aber eines kann man nicht: sagen, ihre Musik wäre schlecht. Denn mit ihrem dritten und bisher besten Album beweisen sie: MANDO DIAO haben sich die Platten ihrer grossen Helden THE WHO, CLASH, ROLLING STONES und OASIS genau angehört von ihnen gelernt. Die Musik ist einfach klasse!
Man könnte sagen, ODE TO ORCHASY sei ein Konzeptalbum. Denn Orchasy ist ein Ort, den MANDO DIAO selber erfunden haben (“That place was everything to me / The World I made it up you see / It’s all there in my fantasy / And I believe it”). Es ist eigentlich mehr eine Zeitspanne als ein Ort, denn so nennen die Jungs die Stunden zwischen dem Konzertende und dem Morgengrauen. Und da passieren gar wunderliche Sachen, wenn man ihnen glaubt. Da telefonieren MANDO DIAO mit Gott, sehen Marlon Brando, treffen einen Landstreicher namens “Herr Horst”, werden bei einer Schlägerei niedergeschossen, und was einer Gruppe von schwedischen Mitzwanzigern auf Rocktour sonst noch alles passiert.
Das macht nicht nur inhaltlich Spass. Auch musikalisch kann ODE TO ORCHASY absolut überzeugen. Klar, MANDO DIAO erfinden den Sixties-inspirierten Rock hier nicht neu. Aber sie können variieren. Während die erste Single “Long Before Rock’N’Roll” noch sehr ähnlich wie ihr Hit “Down In The Past” klingt, schlagen sie mit dem Bob Dylan-inspirierten “The Wildfire” bereits neue Wege ein. Es hat herrliche Rocker auf der Platte, es kracht und schreit, gleichzeitg schlagen MANDO DIAO jetzt auch gerne mal ruhigere Töne an, zum Beispiel im souligen “The New Boy”, wo sogar noch Streicher mitmischen.
Das Songwriter-Team Dixgard / Noren ist auf der absoluten Höhe seiner Kunst. Die beiden ergänzen sich schon fast so perfekt wie Lennon / McCartney auf REVOLVER (1966), spielen sich die Bälle zu, machen manchmal auch für sich selber ein paar Kapriolen, um im nächsten Song wieder gemeinsam ins Mikrofon zu schreien. Bleibt zu hoffen, dass dieses Duo noch weitere Pop-Perlen hervorbringt, ohne an Ego-Kämpfen zu zerbrechen.
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LIVE-FOTOS: Mando Diao Live in Zürich 2005
Mando Diao - Long Before Rock’N’Roll
Meine Review aus dem Jahr 2005.

Sturm und Drang made in Sweden. Genauer gesagt im Städtchen Borlänge, wo die vier jungen Herren von MANDO DIAO herkommen. Ihr Debüt BRING EM IN hat uns letztes Jahr einen gehörigen Tritt in den Hintern gegeben, auch wenn die Platte zwei Jahre brauchte, bis sie auch in unseren Breitengraden zu hören war. Und deshalb vergingen für uns nur wenige Monate, bis der Nachfolger HURRICANE BAR vorlag.
Und die Mandos verlieren keine Zeit. Der Opener „Cut The Rope“ ist ein herrlich kurzer (1 Minute 49) hingerotzter Rocker, drei Strophen, drei Refrains, eine Bridge – was will man mehr von einem guten Rocksong? Höchstens noch mehr davon.
Diese Platte lebt von den beiden Frontmännern der Band. Während Gustaf Norén für die Retrostücke a la CLASH und PISTOLS (mit einem Schuss LIBERTINES) zuständig ist (und in dieser Rolle herrlich schluddrig singt und schreit, als würde er sich die Nase immer nur am Hemdärmel abputzen), übernimmt Björn Dixgard mit starker, kräftiger Stimme die modernen Rocksongs. Die sind auf dem Zweitling eindeutig in der Minderzahl, aber dafür umso grössere Höhepunkte, allen voran die erste Single „Down In The Past“, die vor allem von ihrem Tempo und der Wahnsinns-Gitarre lebt. Unglaublich, dass so junge Musiker solche Lieder aus dem Ärmel ihrer schwarzen Lederjacken schütteln können! „Past“ ist bereits jetzt heisser Anwärter auf den Song des Jahres.
Die Unterschiede zwischen Dixgard und Norén zeigen sich im ganzen Album. Norén schreibt Songs, die ein gewisses Verlangen, Reissen haben. Es sind Hymnen, die – anders interpretiert – sicher auch klasse Rockabilly-Songs wären. Es sind sentimentale Rocker, die Norén hier präsentiert, euphorisch dargeboten wie zum Beispiel das herrliche „Clean Town“ (inklusive Backgroundchörli, Händeklatschen und wunderbar verstimmten Gitarren) oder „You Cant’ Steal My Love“.
Dixgards Songwriting dagegen ist etwas strikter, gefasster („White Wall“). Auch bei ihm scheint zwar ab und zu der Hang zu den schwelgerischen Melodien durch („If I Leave You“), dennoch klingt’s bei ihm moderner. Dafür steuert Dixgard die einzige richtige Ballade des Albums bei („Ringing Bells“), die mit einem schönen Gitarrenarrangement überzeugt.
Im besten Fall verschmelzen die beiden Schweden ihre Talente. Herauskommt dann ein wuchtiger Song wie „God Knows“, bei dem Norén die Strophen, Dixgard die Refrains übernimmt. Eine Aufteilung wie einst bei Lennon / McCartney, als sie mit „A Day In The Life“ ein Meisterwerk geschrieben haben.
Wie gesagt: Von der Dynamik dieser beiden Songschreiber lebt die Platte. Leider nicht bis ganz zum Schluss. Irgendwann, so nach zehn Songs, hat man langsam genug davon, die Songmuster wiederholen sich, die Schluddrigkeit wirkt etwas aufgesetzt. Deshalb ist man nicht unbedingt enttäuscht, wenn nach 51 Minuten die letzten schwelgerischen Klänge von „Next To Be Lowered“ erklungen sind. Aber atemlos. Deshalb nimmt man sich vor, beim zweiten Durchhören das eine oder andere Lied zu überspringen. Und HURRICANE BAR damit als Klasse-Album in Erinnerung zu behalten.
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LIVE-FOTOS: Mando Diao Live in Zürich 2005
Mando Diao - Down In The Past
Morgen Abend live in Winterhtur: Eels. Hier gibt’s meine anderen Eels-Konzertfotos.
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LIVE-FOTOS: Eels Live in Winterthur / Zürich
Das neue Eels Album ist da - und am Samstag gibt’s das Konzert in Winterthur. Hier noch meine Review der Eels-Best Of-Kollektionen aus dem Jahr 2008:

Es ist nicht nur, dass ich BEAUTIFUL FREAK (1996), das EELS-Debüt, mit dem Anfang meiner Liebe zu meiner jetzigen Frau verbinde. Ich glaube, auch ohne diese emotionale Verbindung würde mir die Musik von EELS viel bedeuten. Denn es gibt wenige Bands, die so konsequent direkt ins Herz zielen, ohne kitschig zu klingen. Ausserdem bringen es EELS fertig, einen mit einem Song wie ein Hündchen heulen zu lassen - und dann fahren sie eine laute, böse Gitarre auf und trennen dich mit einem schnellen, aber blutigen Schnitt entzwei.
Ausserdem ist die Musik von EELS-Boss (und einzigem festen EELS-Mitglied) Mark Oliver Everett, genannt E, durch und durch todtraurig (kein Wunder, schliesslich hat der Mann in den letzten Jahren so ziemlich seine gesamte Familie, inklusive Vater, Mutter, Schwester, Onkel, Tanten und Cousins, durch Krebs, Selbstmorde und anderes verloren). Gleichzeitig ist sie geprägt von einer trotzigen Hoffnung, an dieser bösen Welt trotz allem nicht zu verzweifeln - keine Zeile sagt dies besser als die allererste im allerersten Song auf dem allerersten EELS-Album: “Life is hard / But so am I”.
Über die Jahre hinweg hat die Musik von EELS verschiedene Gestalten angenommen: Indierock, Tom Waits-inspirierte Zirkusmusik, folklastiger Akustikpop mit Unterstützung eines Streicherquartetts, lauter, böser Punk - und dennoch erkennt man ein EELS-Lied meistens schon nach den ersten paar Takten. Es ist E’s grosse Kunst, dass dieses Konzept dennoch nie langweilig wird.
Und nun sind auf MEET THE EELS die 24 essentiellen Songs aus den ersten 10 Jahren dieser Band versammelt - und es hat selten eine treffendere Zusammenstellung gegeben. Es sind all die Singles versammelt (“Novocaine For The Soul”, “Last Stop: This Town”, “Mr. E’s Beautiful Blues” oder “Hey Man (Now You’re Really Living”) - und es hat nicht einen “Stinker” darauf. Das liegt daran, dass die EELS-Singles zwar sicher auch aus kommerzieller Sicht ausgewählt wurden, aber eben immer auch verdammt gute Songs waren. Ergänzt werden die Singles durch die besten Songs der Band: “It’s A Motherfucker” (jawohl, das ist ein Liebeslied!), “Fresh Feeling”, “Climbing To The Moon” und vielen mehr. Es ist eine perfekte Sammlung, die wirklich keine Wünsche offen lässt.

Auf der ergänzenden B-Seiten- und Raritäten-Sammlung USELESS TRINKETS gibt’s eben das: B-Seiten und Raritäten. Auch hier wird nichts ausgelassen - was bedeutet, dass es zwischendurch halt ein paar Songs hat, die es zu Recht nicht auf die Alben geschafft haben. Und dennoch gibt’s hier ein paar sensationelle Schätze. “Bad News”, der Beitrag zu Wim Wenders’ Film “The End Of Violence” zum Beispiel, oder “Manchester Girl”, oder die bluesigen Live-Versionen von “Dog Faced Boy” und “Souljacker Part 1”.
Es gibt viel zu entdecken auf diesen CD’s - und es ist eine Wohltat, dass die Songs (auch die Raritäten) alle in streng chronologischer Reihenfolge sortiert wurden - denn so kann man die einzelnen Songs den verschiedenen Bandphasen zuordnen und sie in den “geschichtlichen Zusammenhang” der Alben stellen. Toll sind E’s Liner Notes zu jedem einzelnen Song. Er erzählt ausführlich, wie, wo und wann die Lieder entstanden sind, weshalb jene Version aufs Album gekommen ist usw. Auch als Fan erfährt man viel Neues (ich war mir zum Beispiel nie bewusst, dass E gut mit dem Komponisten Jon Brion befreundet ist, und dass dieser ihm vor allem in den Anfängen viel bei den Songs geholfen hat - dabei hört man dies auf den ersten drei Alben ziemlich gut).
Deshalb, auch wenn das bei solchen Best Of-Alben schon ziemlich abgedroschen klingt: Wer sich noch nie mit EELS befasste, hat mit diesen CD’s die perfekte Gelegenheit dazu - und alle anderen finden hier genug, wofür sich der Kauf lohnt.
EAT THE MUSIC: Alle Eels-Artikel
LIVE-FOTOS: Eels Live in Winterthur 2003
LIVE-FOTOS: Eels Live in Zürich 2005
Eels - Last Stop: This Town