Kuno und das Songschreiben

Die neue Züri West-Single “Göteborg” reiht sich nahtlos ein in die Reihe jener Songs, in denen Kuno Lauener übers Songschreiben (oder die Schwierigkeit, es zu tun) singt. Eine Rangliste.
1. Haubi Songs (Haubi Songs, 2008) Kuno kämpft mit seinen halbfertigen Songs, die nur faul in der Wohnung herumhängen. Am Schluss hilft nur die Knarre. Ein Geniestreich.
2. Es hätt es eerlechs Lied gäh (Arturo Bandini, 1991) Was für den Schüler die Ausrede “The dog ate my homework” ist, ist für den Songschreiber die Ausrede, es sei ihm ein Glas Wein über der Schreibmaschine ausgeleert. Und so bleibt’s nur bei der Behauptung, der verhinderte Song hätte Springsteen und Dylan wie müde Fürze dastehen lassen.
3. Göteborg (Göteborg, 2012) Der frischgebackene Vater Kuno setzt Prioritäten: wenn er Frau und Kind abholen muss, ist ihm auch egal, wenn ihn beim Autofahren die Muse küsst. Den neuen Song schickt er zum Teufel, respektive zu Kollegen wie Polo, Patent Ochsner oder Stiller Has. Hat das Zeug zum Hit.
4. Nüt aus Nacht (Hoover Jam, 1996) Die Einsamkeit des Songschreibers in einer nebligen Herbstnacht, wenn kein Text Sinn ergibt. “Zile - um - Zile - geng - vo - obe - über - ds - blatt - abe - immer - nöii - Wörter - aber - geng - die - gliiche - Buechstabe…”
GEHT GAR NICHT: Geburtstag (Radio zum Glück, 2001) Kuno schenkt seiner Liebsten einen Song zum Geburtstag - es ist zu hoffen, dass sie ihn dem Herr Lauener um die Ohren gehauen hat, denn so seicht wie bei diesem halbgaren Liedli waren die Züris selten. Im Dokumentarfilm “Am Blues vorus” sieht man, wie ein nervöser Kuno seinen Bandkollegen das Demo zu “Geburtstag” vorspielt. Man muss es dem Umstand, dass das Bandgefüge nach einigen Neubesetzungen noch nicht fest genug war, zuschreiben, dass er damit durchgekommen ist.
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