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eat the music

Lambchop - Damaged (2006)

Das gibt’s wirklich: Stillstand auf hohem Niveau. Kurt Wagner und seine Könige der stillen Töne beweisen es auf DAMAGED eindrücklich (und überraschen uns zum Schluss noch ganz gehörig).

IS A WOMAN (2002) ist meiner Meinung nach noch immer das unbestrittene LAMBCHOP-Meisterwerk: viele feine Balladen, mal ein bisschen Country, mal fast schon Jazz oder Blues, immer wunderbar instrumentiert, sorgfältig gespielt, Kaminfeuermusik vom Feinsten. Und Wagners Stimme: kaputt, klagend, brummelnd, kippend, heiser. Die letzte Platte (ein Doppelalbum) war schon fast zuviel des Guten (besonders, weil nicht nur Gutes drauf war). Doch nun sind LAMBCHOP in neuer Frische zurück - offensichtlich brauchte es die schwere Krankheit von Kurt Wagner, um wieder auf das richtige musikalische Ziel zusteuern zu können.

Auch DAMAGED ist eine Schaukelstuhlplatte, schon vom ersten Lied an  (“Paperback Bible” mit der schönen Zeile “You can turn me on / Almost any day at noon”) wird man wunderbar in ein sanftes Soundgewand eingepackt: ein paar Gitarren hier, ein warmes Piano da, Bass und und ein paar Streicher dort, und Kurt ist so nah am Mikrofon, dass man jedes Schmatzen in seinem Mund hören kann. So klingen 7 Minuten und 48 Minuten im Himmel.

Und die Platte bleibt praktisch immer auf diesem Niveau. Mal ist’s etwas gar behäbig (“Beers Before The Barbican”), manchmal herrlich obskur (“Rise And Fall Of The Letter P”). Aber immer zeigt sich die grosse Stärke dieser Band: sie bleibt bei allem Gefühl, bei all den den Emotionen trotzdem entspannt. LAMBCHOP wissen, wie viele Töne genügen.

Und zum Schluss gibt’s dann noch die Hass-Tirade “Decline Of Country And Western Civilisation” - ein sensationeller Schlusssong, in dem LAMBCHOP die eben erwähnte Formel gehörig durcheinanderbringen: Mit Paukenschlägen beenden sie das Schläfchen auf dem Schaukelstuhl, Kurt rappt schon beinahe über ein nervöses Gewimmer der Streicher (“Damn, they’re looking ugly to me!”), ab und zu gibt’s ein paar Sekunden Verschnaufpause mit Piano, danach wieder einen Tritt in den Hintern - am Schluss, wenn Kurt vershönlich singt “You’re good looking!”, kann man gar nicht mehr anders als sich ergeben. Ein starkes Stück LAMBCHOP.