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Eels - Tomorrow Morning (2010)

3 Alben in 1 Jahr - Eels schliessen nach “Hombre Lobo” und “End Times” ihre Trilogie ab. Zum Schluss gibt’s ein paar hoffnungsvolle Songs mit Keyboard - doch die Zwischentöne sind nicht weit.


Die Vögel werden oft zitiert auf diesem Album. Und die Bäume, solche wie auf dem Albumcover: grosse, stattliche, mit vielen Blättern. Nachdem Eels-Kopf E auf den beiden letzten Alben das Bild eines einsamen, kauzigen Wolfes zeichnete, der alleine sterben wird (“Here lies a man that just wanted to be alone” hiess es in einem der Songs auf “End Times”), hat E nun seine einsame Hütte verlassen. Er steht draussen vor der Tür und freut sich am schönen Tag (das Intro des Albums heisst dann auch “In Gratitude For This Magnificent Day”).

Doch, was ist das? Da singt E doch gerade so friedlich, er wolle ein Kolibri sein, und da mischen sich so komische, nicht ganz reine Streicher ins Lied. Töne, die uns sagen: “Du magst wohl jetzt gerade glücklich sein, alter Knabe - aber wir kriegen dich trotzdem!” Zwischentöne, die nie ganz verschwinden, die auf diesem Album immer wieder mal auftauchen. Töne, die das Wesen der Eels-Musik ausmachen: auch in den Momenten des Glücks ist das Unheil nicht weit.

Die Musik auf “Tomorrow Morning” ist elektronisch gehalten: E drückt auf seinen Keyboards herum, als hätte er sie erst letzte Weihnachten von den Eltern bekommen. Da hat’s nette Spielereien und Drum Machines, wie man sie auf einem Eels-Album noch nie gehört hat. Und trotzdem: am stärksten ist “Tomorrow Morning” genau dann, wenn der typische Eels-Sound wieder durchschimmert. Oder wenn E sich, wie zum Beispiel in “The Man” schlichtweg selbst kopiert (der Song ist sowas wie der fröhliche kleine Bruder von “Your Lucky Day In Hell”). Nicht das stärkste Eels-Album - aber bei so einem rasanten Output kann man ja auch ein bisschen nachsichtig sein.

Wer sich “Tomorrow Morning” in der Vinyl-Fassung bestellt, bekommt zusätzlich noch eine 7”-Single mit 4 zusätzlichen Songs drauf. Da ist E wieder ganz E und schrummelt allerliebst auf seinen akustischen Gitarren herum - für alle, denen das ursprüngliche Album ein bisschen zu elektronisch war.

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Morgen Abend live in Winterhtur: Eels. Hier gibt’s meine anderen Eels-Konzertfotos.
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Eels - Meet The Eels / Useless Trinkets (2008)

Das neue Eels Album ist da - und am Samstag gibt’s das Konzert in Winterthur. Hier noch meine Review der Eels-Best Of-Kollektionen aus dem Jahr 2008:

Es ist nicht nur, dass ich BEAUTIFUL FREAK (1996), das EELS-Debüt, mit dem Anfang meiner Liebe zu meiner jetzigen Frau verbinde. Ich glaube, auch ohne diese emotionale Verbindung würde mir die Musik von EELS viel bedeuten. Denn es gibt wenige Bands, die so konsequent direkt ins Herz zielen, ohne kitschig zu klingen. Ausserdem bringen es EELS fertig, einen mit einem Song wie ein Hündchen heulen zu lassen - und dann fahren sie eine laute, böse Gitarre auf und trennen dich mit einem schnellen, aber blutigen Schnitt entzwei.

Ausserdem ist die Musik von EELS-Boss (und einzigem festen EELS-Mitglied) Mark Oliver Everett, genannt E, durch und durch todtraurig (kein Wunder, schliesslich hat der Mann in den letzten Jahren so ziemlich seine gesamte Familie, inklusive Vater, Mutter, Schwester, Onkel, Tanten und Cousins, durch Krebs, Selbstmorde und anderes verloren). Gleichzeitig ist sie geprägt von einer trotzigen Hoffnung, an dieser bösen Welt trotz allem nicht zu verzweifeln - keine Zeile sagt dies besser als die allererste im allerersten Song auf dem allerersten EELS-Album: “Life is hard / But so am I”.

Über die Jahre hinweg hat die Musik von EELS verschiedene Gestalten angenommen: Indierock, Tom Waits-inspirierte Zirkusmusik, folklastiger Akustikpop mit Unterstützung eines Streicherquartetts, lauter, böser Punk - und dennoch erkennt man ein EELS-Lied meistens schon nach den ersten paar Takten. Es ist E’s grosse Kunst, dass dieses Konzept dennoch nie langweilig wird.

Und nun sind auf MEET THE EELS die 24 essentiellen Songs aus den ersten 10 Jahren dieser Band versammelt - und es hat selten eine treffendere Zusammenstellung gegeben. Es sind all die Singles versammelt (“Novocaine For The Soul”, “Last Stop: This Town”, “Mr. E’s Beautiful Blues” oder “Hey Man (Now You’re Really Living”) - und es hat nicht einen “Stinker” darauf. Das liegt daran, dass die EELS-Singles zwar sicher auch aus kommerzieller Sicht ausgewählt wurden, aber eben immer auch verdammt gute Songs waren. Ergänzt werden die Singles durch die besten Songs der Band: “It’s A Motherfucker” (jawohl, das ist ein Liebeslied!), “Fresh Feeling”, “Climbing To The Moon” und vielen mehr. Es ist eine perfekte Sammlung, die wirklich keine Wünsche offen lässt.


Auf der ergänzenden B-Seiten- und Raritäten-Sammlung USELESS TRINKETS gibt’s eben das: B-Seiten und Raritäten. Auch hier wird nichts ausgelassen - was bedeutet, dass es zwischendurch halt ein paar Songs hat, die es zu Recht nicht auf die Alben geschafft haben. Und dennoch gibt’s hier ein paar sensationelle Schätze. “Bad News”, der Beitrag zu Wim Wenders’ Film “The End Of Violence” zum Beispiel, oder “Manchester Girl”, oder die bluesigen Live-Versionen von “Dog Faced Boy” und “Souljacker Part 1”.

Es gibt viel zu entdecken auf diesen CD’s - und es ist eine Wohltat, dass die Songs (auch die Raritäten) alle in streng chronologischer Reihenfolge sortiert wurden - denn so kann man die einzelnen Songs den verschiedenen Bandphasen zuordnen und sie in den “geschichtlichen Zusammenhang” der Alben stellen. Toll sind E’s Liner Notes zu jedem einzelnen Song. Er erzählt ausführlich, wie, wo und wann die Lieder entstanden sind, weshalb jene Version aufs Album gekommen ist usw. Auch als Fan erfährt man viel Neues (ich war mir zum Beispiel nie bewusst, dass E gut mit dem Komponisten Jon Brion befreundet ist, und dass dieser ihm vor allem in den Anfängen viel bei den Songs geholfen hat - dabei hört man dies auf den ersten drei Alben ziemlich gut).

Deshalb, auch wenn das bei solchen Best Of-Alben schon ziemlich abgedroschen klingt: Wer sich noch nie mit EELS befasste, hat mit diesen CD’s die perfekte Gelegenheit dazu - und alle anderen finden hier genug, wofür sich der Kauf lohnt.

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Eels - Last Stop: This Town

Eels With Strings - Live At Town Hall (2006)

Als Countdown zum neuen Eels-Album “Tomorrow Morning” (20.8.) hier meine CD-Review von 2006.

Ihre lezte Platte, „Blinking Ligths And Other Revelations“ (2005), war ein Meisterwerk. Es schien, als wären alle vorherigen Eels-Platten einfach Blaupausen gewesen für dieses Album voller Schwermut und Hoffnung. Und Mister E hat sich für die Live-Umsetzung die bestmögliche Art ausgedacht: weg mit den lauten Gitarren, her mit den Streichern. Es war wunderschön. Was auf Platte ab und zu noch überproduziert war, kommt hier plötzlich kleiner, herziger, aber auch ergreifender daher. Da passt jeder Griff, jede Note. Und trotzdem geht der Spass nicht verloren, zum Beispiel beim Gutelaune-Hit “Hey Man, Now Your’re Really Living”. Auserdem gibt’s noch besondere Schmankerl, wie zum Beispiel die schöne Dylan-Coverversion “Girl Of The North Country”. Und wenn Eels “Losing Streak” anstimmen, dann möchte man am liebsten laut aufjubeln, so froh macht es einen, dass dieser traurige Mann offenbar sein Glück gefunden hat.

Bei iTunes gibt’s als Bonustrack noch die Prince-Coverversion “I Could Never Take The Place Of Your Man”. Ausserdem kann man sich das Konzert auch als DVD ansehen - allerdings stören dort zwischen Songs die ständigen Kurzfilmchen, die E und Co. backstage und in New York zeigen. Die Musik genügt.

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Eels - Blinking Lights And Other Revelations (2005)

Am 20. August erscheint das neue Eels- Album. Als Countdown gibt’s hier meine CD-Review von 2005:

Eigentlich lustig, dass es ausgerechent Eels gelingt, das ideale Doppelalbum aufzunehmen. Denn gerade die Melodien von Mister E haben die Angewohnheit, sich zu wiederholen. Man weiss mittlerweile, was man von einem Eels-Album erwarten kann, wie es sich anhören muss. Und dennoch liefert der Mann hier das wohl perfekteste Eels-Album ab (das wunderbare 96er-Debüt „Beautiful Freak“ vielleicht einmal ausgenommen): „Electro-Shock Blues“ (1998) war zu traurig, „Daisies Of The Galaxy“ (2000) zu lieblich, „Souljacker“ (2001) zu verschroben, „Shootenanny!“ (2003) vielleicht zu normal.

„Blinking Lights…“ ist E’s grosse Platte, an der er bereits seit Mitte der 90er arbeitet. Ein Opus über Verlust und Familie, das Booklet ist voller Bilder aus E’s Familienalbum. Die Platte beginnt mit der Geburt (“From Which I Came”):

Ten pounds and a head of hair / Came into without a care / What they thought were cries / Were little laughs”.

Und sie endet, wenn nicht gleich mit dem Tod, dann immerhin mit E’s Vermächtnis an die Nachkommen (“Things The Grandchildren Should Know”):

“And I had some regrets / But if I had to do it all again / Well, it’s something i’d like to do”.

Dazwischen liegt die ganze Welt der Eels: stampfende Rocker, tieftraurige Balladen, herzige kleine Wiegenliedchen, trotzige Protestlieder gegen die kalte Welt.

Man glaubt auch hier, immer wieder bekannte Eels-Melodien zu hören, da ein Intro, hier ein Refrain, hier eine Bridge, die man doch so schon einmal gehört hat. Aber am Ende der Platte realisiert man: Hier war nicht ein Künstler am Werk, der einfach alte Ideen neu verpackt hat. Was wir auf dieser Platte haben, sind keine Kopien. Sondern die Originale, die Blaupausen all dieser Songs, die wir bereits kennen. Die Eels machen seit rund 10 Jahren Platten, und darauf waren einfach die Outtakes einer Platte, die noch nicht erschienen war.

Jetzt ist diese Platte endlich hier. Sie heisst „Blinking Lights And Other Revelations“.

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Eels lassen das Million Dollar Hotel wieder aufleben!

Es ist nun genau 10 Jahre seither, dass Wim Wenders seinen Film “The Million Dollar Hotel” (mit Mel Gibson, Jeremy Davis & Milla Jovovich) in die Kinos brachte. Der Film basiert auf einer Drehbuch-Idee von U2-Sänger Bono. Dieser war auf das heruntergekommene L.A.-Hotel “The Rosslyn Million Dollar Hotel” mit dem markanten Schriftzug auf dem Dach gestossen, als U2 das legendäre Video für “Where The Streets Have No Name” drehten. Das Dach und der Schriftzug faszinierten Bono - und inspirierten ihn für diese Geschichte um schräge Vögel in einem Hotel. Das Dach des Hotels spielt in der Geschichte eine entscheidende Rolle - zum Beispiel in der wunderbaren Eröffnungsszene.

Nun, 10 Jahre später, sind Eels auf das Dach des Hotels gestiegen (oder haben besser gesagt die Hauptdarstellerin ihres neuen Videos “Spectacular Girl” auf das Dach geschickt). “Spectacular Girl” stammt aus dem neuen Eels-Album “Tomorrow Morning”, das Ende August erscheint.

Neuer Eels-Song: “Spectacular Girl”

Eine weitere Kostprobe aus dem neuen Eels-Album “Tomorrow Morning” - und sie gefällt mir eindeutig besser als die erste “Looking Up”. “Spectacular Girl” gibt’s bei spinner.com oder youtube zu hören.

Neuer Track von Eels

Gratis-Download von “Looking Up”. Neues Album “Tomorrow Morning” erscheint am 24. August.

Was für eine Überraschung: am 24. August gibt’s bereits wieder ein neues Album von EELS! Es heisst “Tomorrow Morning” - und ist der Abschluss einer Trilogie, die mit “Hombre Lobo” (2009) begann und im letzten Januar mit “End Times” wunderbar fortgesetzt wurde. Ich bin gespannt!
Alle Infos gibt’s auf der offiziellen Eels-HomepageMeine Review des Albums “End Times”Meine Eels-Konzertfotos
EELS - End Times Erste Höreindrücke
“The Beginning”: schöner, fast sphärischer Anfang. Ein versöhnlicher Anfang.
“Gone Man” groovt ganz doll. Gefällt mir.
“In My Younger Days” - die Single. Eine typische EELS-Melodie, wie wir sie seit 1996 kennen. Aber halt immer schön.
“Mansions Of Les Feliz” - Lagerfeuerfeeling. Lüpfig. Bis jetzt mein Favorit.
“A Line In The Dirt” - wunderschönes Piano, nach 1 Minute setzen Horns und Banjo ein - grossartig. Und die erste Zeile: “She locked herself in the bathroom again / So I am pissing in the yard” bringt mich zum Grinsen.
Weiter mit dem Titelsong “End Times”: warmer Gitarren- und Basssound, erinnert mich an Daniel Lanois.
“Apple Trees” - 40 Sekunden, spoken words zu schöner Gitarre.
“Paradise Blues”: für einmal ein Eels-Stück mit “Blues” im Titel, das auch wrklich einer ist.
“Nowadays”: beginnt ein bisschen wie ein Neil Young- Stück aus “Harvest Moon”-Zeiten. Ein bisschen redundant.
“Unhinged”: der obligate 3-Akkord-Rocker. Die Orgel nervt ein bisschen.
“High And Lonesome”: Soundcollage mit Regen, Telefon und Big Ben.
“I Need A Mother”: die Grundmelodie ist einmal mehr typisch Eels. Am Text hätte Freud Freud’: “I need a mother / … / I need a lover”…
“Little Bird”: wenn dir hier das Herz nicht bricht, dann hast du keins.
“On My Feet”: das grosse Schlussepos. Hat nicht die grosse, weise Kraft von “Grandchildren”, aber gibt dem Album die schöne, versöhnliche Schlussnote: “I just gotta get back on my feet”.
Und das war’s schon. 15 Songs, knapp 40 Minuten. Keiner davon überflüssig, die mreisten in einer Liga mit den schönsten Eels-Songs. Schön, dass dieses kleine Meisterwerk in der Woche meines Geburtstags erscheint.