Kutti MC stellte sein neues Album “Freischwimmer” am Samstag im Kaufleuten Zürich vor, mit Stephan Eicher als Bandleader. Da mich das Album nicht voll und ganz überzeugt hatte, war ich ein wenig skeptisch, ob mir der Abend mit dem Rap-Poeten und meinem Lieblings-Schweizer-Solokünstler gefallen würde. Doch ich wurde angenehm überrascht: was auf der CD manchmal ein wenig belanglos rüberkommt, entwickelte live schöne und überraschende Qualitäten. Sogar mit Kutti MC als Performer konnte ich mich anfreunden. Und als der Mann freestyle loslegte und über einen einsamen Landjäger im Kühlschrank zu rappen begann (Eicher steuerte den Refrain “Hallo, iss mi!” bei), hatte er mich vollends in der (roten) Westentasche.

Und: der fliegende silberne Walfisch ist ein wunderbares Requisit. Wie der Fisch so über dem Publikum kreiste und Kutti entgegenflog, war sehr poetisch. Bono soll sich Notizen machen!

Hier gibt’s alle Fotos des Konzerts. Und hier noch ein paar weitere Stephan Eicher-Konzertfotos.

Kutti MC - Freischwimmer (2011)

Meine 3-Tweet-Review des neuen Kutti MC-Albums, das er zusammen mit Stephan Eicher aufgenommen hat.

Der Rappoet liess sich von Eicher ein paar sehr poppige Kleider schneidern, was ihn zu seinen bislang klarsten Texten inspirierte. 

Allerdings: wer (wie ich) mit Kuttis schleppendem Vortrag bislang wenig anfangen konnte, kann’s auch mit einem Schuss Eicher nicht. 

Das fesselt leider selten. 1 Higlight gelingt den beiden aber: “Freiheit”, ein fein tänzelndes Monstrum von einem Song. 

Wertung: 4/6

EAT THE MUSIC: Alle Stephan Eicher Artikel
LIVE-FOTOS: Meine Stephan Eicher Fotos 

“D’Gägewart isch e breite Arsch” - Kutti MC & Stephan Eicher “Freiheit”

Stephan Eicher Live At Sunset

Man kann schon fast von “alle Jahre wieder” sprechen, denn Stephan Eicher tritt ständig am Live At Sunset auf. Er ist aber auch immer wieder toll. Erstmals seit 2006 war er nicht mehr mit seiner “Eldorado”-Formation unterwegs, sondern u.a. mit Gitarrist Hanks Shizzoe, Heidi Happy und einem Streichertrio. Es war ein schöner Abend, ein Streifzug durch Eichers Karriere. Highlight: seine Interpretation von Bernhard Stirnemanns “Überläbe”.

Hier gibt’s alle meine Fotos von dem Abend.

stephaneicher.com 
stephaneicher.eu

EAT THE MUSIC - Alle Stephan Eicher-Artikel
LIVE-FOTOS: Alle Stephan Eicher Fotos 2003 - 2011

Und auch das gefällt mir: Stephan Eicher und Sophie Hunger spielen eine beherzte Version von Bob Dylans “Like A Rolling Stone”.

EAT THE MUSIC: Alle Sophie Hunger-Artikel
EAT THE MUSIC: Alle Stephan Eicher-Artikel  
LIVE-FOTOS: Alle Sophie Hunger-Konzertfotos
LIVE-FOTOS: Alle Stephan Eicher-Konzertfotos 

1991 - Das Jahr, als ich zum Pop-Fanatiker wurde

Als ich mich kürzlich auf ein Interview mit Patent Ochsner-Frontmann Büne Huber zum 20. Geburtstag des Ochsner-Debüts “Schlachtplatte” vorbereitete, wurde mir plötzlich bewusst, was für ein grossartiger Musikjahrgang 1991 war. In diesem Jahr erschienen einige Meilensteine der Musikgesichte (u.a. Nirvanas “Nevermind”, “Blue Lines” von Massive Attack, U2s “Achtung Baby”, “Blood Suger Sex Magic” von Red Hot Chili Peppers oder “Out Of Time” von R.E.M.). Es waren Alben, die mich als 14-Jähriger ansprachen, berührten und für immer prägten. Manche dieser 10 Alben gehören noch immer zu meinen absoluten Favoriten.

U2 - Achtung Baby
Das unerreichte Meisterwerk der vier Iren, die beste Rockplatte aller Zeiten. U2 machen mit uns eine wüste Reise durch die Nacht, stürzen ab, rappeln sich wieder auf und torkeln dann reumütig nach Hause. Nie mehr gelang U2 der Spagat zwischen Anspruch und Pathos so gut wie auf diesem Album - mehr dazu in meiner Review.
Lieblingssong: “Ultra Violet (Light My Way)”

R.E.M. - Out Of Time
Wie Millionen andere lernte ich R.E.M. 1991 dank dem Überhit “Losing My Religion” kennen. Als das Album erschien, wusste ich noch nicht so recht, was ich mit diesem Mix aus Melancholie und Happiness anfangen sollte. Erst ein Jahr später mit “Automatic For The People” wurde mir endgültig bewusst, was für eine grossartige Band R.E.M. waren (und dass sie das bereits in den Jahren zuvor waren…). Mehr dazu in meiner Remasters-Review.
Lieblingssong: “Belong”

Züri West - Arturo Bandini
1991 kannte ich (grosser Bruder und Cousine sei dank) Züri West bereits gut. Mit “Arturo Bandini” fesselten sie mich endgültig an sich. Das Album bietet einige der besten ZW-Songs - zum Beispiel den Titeltrack oder die grossartige Lyle Lovett-Coverversion “Ghürate ha se nume wiu se glich usgseht wie du”.
Lieblingssong: “Ghürate ha se nume…”

Crowded House - Woodface
Der grosse Hit war natürlich “Weather With You”. Aber diese Platte hat soviel mehr zu bieten: grosse Popharmonien, ausgeklügelte Arrangements, wunderbare Herbstmelancholie. Es war das grösste Glück für Crowded House, als Bandleader Neil Finn seinen Bruder Tim in die Band holte.
Lieblingssong: “Chocolate Cake”

Stephan Eicher - Engelberg
Das Album, das mich zum Eicher-Fan machte. Zwar war es keine grosse Weiterentwicklung des Vorgängers “My Place” (1989), und der Nachfolger “Carcassonne” (1993) hatte die besseren Songs. Trotzdem ist “Engelberg” ein meisterhaftes Popalbum mit einem wunderbar warmen Sound.
Lieblingssong: “Tu ne me dois rien”

Guns N’Roses - Use Your Illusion I&II
Ich war nie der grösste GN’R-Fan. Aber als Rock-begeisterter Teenie kam man 1991 einfach nicht um diese beiden Alben herum. Songs wie “You Could Be Mine”, “November Rain”, “Don’t Cry” oder die McCartney-Coverversion “Live And Let Die” gehörten zu meinem persönlichen Soundtrack des Jahres. Ausserdem behaupte ich heute noch, “Knocking On Heaven’s Door” gefalle mir in der Gunner-Version besser als Dylans Original.
Lieblingssong: “Live And Let Die”

Marc Cohn - Marc Cohn
Angefixt wurde ich natürlich durch die grossartige Pianoballade “Walking In Memphis” (die später von Cher und Polo Hofer verhunzt wurde). Cohns Debüt ist ein Meisterwerk des CSNY-inspirierten Folkpops. Songs wie “Ghost Train” oder “Perfect Love” schaffen eine unglaubliche Atmosphäre. Für mich immer noch eine Platte für warme Sommernächte.
Lieblingssong: “Perfect Love”

Sting - The Soul Cages
Von Stings Popalben ist es sicher sein schwierigstes. In den Songs verarbeitet er persönliche Probleme wie zum Beispiel den Tod seines Vaters. Dabei gelingen ihm aber grossartige Songs - man muss sich nur darauf einlassen.
Lieblingssong: “Why Sould I Cry For You?”

Patent Ochsner - Schlachtplatte
Das ungehobelte Debüt der Berner ist zwar lange nicht so gut wie das 94er-Meisterwerk “Gmües” - aber es legte die Grundlage für eine der besten Mundartbands der Schweiz. 1991 eine Platte mit Polka- und Tangoklängen sowie  Brecht- und Waits-Anleihen zu veröffentlichen, ist schon ein starkes Stück.
Lieblingssong: “Domino”


Simple Minds - Real Life
Ich war 8 Jahre alt, als das grosse Live Aid-Konzert stattfand. Ich kann mich nur noch an den Auftritt von Simple Minds erinnern - vielleicht sind mir die Schotten deshalb ans Herz gewachsen (vielleicht aber auch, weil ich selbst ein musikalischer simple mind bin…). “Real Life” ist ein tolles Popalbum - das letzte gute der Simple Minds.
Lieblingssong: “See The Lights”

Und ja, ich gebe zu - ausserdem haben mich 1991 auch noch folgende Alben begeistert:

  • Tom Cochrane - It’s A Mad Mad World
  • Bryan Adams - Waking Up The Neighbours
  • Prince - Diamonds & Pearls
  • INXS - Live Baby Live
  • Michael Jackson - Dangerous

By the way: 1991 war kein gutes Jahr für Penisse

Happy Birthday Stephan Eicher!

Der Schweizer Musiker (Foto: Live in Schaffhausen 2010) wird heute 50 Jahre alt. Eat The Music gratuliert mit einem kleinen Special.

stephaneicher.com 
stephaneicher.eu

EAT THE MUSIC - Alle Stephan Eicher-Artikel
PLATTENTELLER: Stephan Eicher spielt Noise Boys Re-Issue (2010)
PLATTENTELLER: Eldorado (2007)
PLATTENTELLER: Ich möchte ein Eicher sein (2007)
LIVE-FOTOS: Alle Stephan Eicher Fotos 2003 - 2010

Helpless (2005) - grossartige Neil Young-Coverversion.

Live in Zürich 2003.
[Flash 9 is required to listen to audio.]

Stephan Eicher-Interview der Radio 24 CH-Szene aus dem Juli 2009. Eicher spricht über Live-Konzerte, seine ersten Gehversuche als Regisseur & das gemeinsame Musical mit Martin Suter.

Live in Winterthur 2008.

Combien de temps (Live)

Aufgenommen während der Eldorado-Tour in La Rochelle 2008 - eine grossartige Version des 80er-Klassikers.

Live At Sunset Zürich 2009.
Live in Luzern 2007.